Bayerisches Rotes Kreuz

Die Folgen des Klimawandels sind längst spürbar – besonders in Europa.
Extremwetter wie Hitze, Starkregen, Stürme oder Waldbrände treten häufiger und intensiver auf. Sie gefährden nicht nur die Umwelt, sondern auch Menschen und wichtige Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung.

Als Deutsches Rotes Kreuz sind wir für die Menschen da – bei jeder Wetterlage: im Bevölkerungsschutz, im Rettungsdienst und in unseren Einrichtungen.

Auf dieser Seite findest Du kompakte Informationen, praktische Materialien und hilfreiche Links – für mehr Sicherheit im Alltag.

Präventionsmaßnahmen: Hitzetipps

Anhaltende Hitze zählt zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Europa. Vor allem mehrere heiße Tage hintereinander ohne nächtliche Abkühlung setzen dem Körper zu und können ernsthafte Folgen haben.

Unser Tipp: Schütze Dich frühzeitig und achte auch auf andere. Viele hitzebedingte Notfälle lassen sich vermeiden – mit einfachen Maßnahmen (siehe Plakat).
 

Und falls doch etwas passiert: Nachfolgend findest Du wichtige Erste-Hilfe-Hinweise.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei klimabedingten Notfällen

Trotz Vorsichtsmaßnahmen kann es bei extremem Wetter zu Notfällen kommen. Hitze und andere Belastungen wirken oft schneller als erwartet.

Wichtig ist: Ruhe bewahren und richtig handeln.

Hier zeigen wir Dir, wie Du typische Beschwerden erkennen und im Ernstfall Erste Hilfe leisten kannst – bis professionelle Hilfe eintrifft.

Sonnenstich

Direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf oder Nacken reizt die Hirnhäute. Der Sonnenstich trifft besonders häufig Kinder, ältere Menschen und alle, die lange ohne Kopfbedeckung in der Sonne sind.

Diese Warnsignale erkennst du:

  • Hochroter Kopf
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Nackensteifigkeit
  • Evtl. Schwindel

So hilfst du richtig:

  1. Person aus der Sonne bringen. Kein Schatten vorhanden? Rettungsdecke, Handtuch oder Kleidung als Schattenspender nutzen.
  2. Hinlegen und Oberkörper leicht erhöht lagern. Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage
  3. Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern kühlen
  4. Bei vollem Bewusstsein: Flüssigkeit anbieten
  5. Notruf 112 wählen
  6. Betreuen, Bewusstsein und Atmung laufend kontrollieren – bis der Rettungsdienst eintrifft.
Hitzeerschöpfung

Der Körper verliert durch hohe Temperaturen und oft auch körperliche Anstrengung mehr Flüssigkeit als er ausgleichen kann. 

Diese Warnsignale erkennst du:

  • Kopfschmerzen
  • starkes Schwitzen
  • Hautblässe
  • schneller Puls, Blutdruckabfall (Schockzeichen)
     

So hilfst du richtig:

  • Person sofort aus der Sonne bringen. Kein Schatten vorhanden? Rettungsdecke, Handtuch oder Kleidung als Schattenspender nutzen
  • Betroffene Person mit erhöhten Beinen lagern. bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage
  • Feuchte Tücher auf Stirn, Nacken und Handgelenke legen
  • Bei vollem Bewusstsein: Flüssigkeit (z.B. Elektrolytgetränke) anbieten
  • Notruf 112 wählen
  • Betreuen, Bewusstsein und Atmung laufend kontrollieren – bis der Rettungsdienst eintrifft.
Hitzschlag

Der Körper kann die Wärme nicht mehr abgeben – die Körpertemperatur steigt gefährlich an, oft über 40 °C. Besonders gefährdet: ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen.

Diese Warnsignale erkennst du: 

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • hochrote und heiße Haut (später fahlgrau)
  • Körpertemperatur über 40 °C
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Krampfanfälle


So hilfst du richtig:

  1. Person sofort aus der Sonne bringen. Kein Schatten vorhanden? Rettungsdecke, Handtuch oder Kleidung als Schattenspender nutzen.
  2. Richtig lagern – Oberkörper erhöht. Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung: stabile Seitenlage. Bei Bewusstlosigkeit ohne Atmung: sofort Wiederbelebung beginnen.
  3. Körper aktiv kühlen - z.B. mit kaltem Wasser. Ziel Körpertemperatur < 39 °C
  4. Notruf 112 wählen - ein Hitzschlag ist immer ein Notfall.
  5. Betreuen, Bewusstsein und Atmung laufend kontrollieren – bis der Rettungsdienst eintrifft.


Wichtiger Unterschied zur Hitzeerschöpfung: Beim Hitzschlag schwitzt die Person oft nicht mehr – die Haut ist heiß und trocken. Das ist ein Zeichen höchster Gefahr. Sofort handeln!

Weiterführende Informationen

Auch andere Wetterextreme bergen Gefahren: Starkregen und Hochwasser können zu Verletzungen, Infektionen und psychischen Belastungen führen. Stürme erhöhen das Risiko von Unfällen und erschweren die Notfallversorgung. Kälteperioden wiederum belasten vor allem Menschen ohne ausreichenden Schutz.

Hier findest Du weitere Informationen zu Themen der ersten Hilfe:

Praktische Anleitungen

Notfallvorsorge

Deutschland gilt als sicheres Land – dennoch können Krisen jederzeit eintreten und den Alltag verändern.

Eine gute Vorbereitung hilft Dir:

  • ruhig und handlungsfähig zu bleiben
  • dich und andere vorübergehend selbst zu versorgen
  • Einsatzkräfte gezielt zu entlasten

So bist Du im Ernstfall besser geschützt.

Notfallvorsorge zuhause

Notfallvorsorge zuhause

Idealerweise sollte jeder Haushalt in der Lage sein, sich bis zu 10 Tage selbst zu versorgen. Dazu gehören ausreichend Vorräte an Wasser und Lebensmitteln ebenso wie Medikamente und Hygieneartikel. Schon ein Vorrat für einige Tage ist ein wertvoller Anfang und kann jederzeit erweitert werden. 

Wichtig ist: Jede noch so kleine Vorbereitung trägt dazu bei, im Ernstfall besser geschützt zu sein.

Warnmeldungen

Warnmeldungen richtig empfangen und nutzen

Im Ernstfall informieren zuständige Behörden über verschiedene Kanäle und geben konkrete Verhaltenstipps. Besonders wichtig sind dabei Warn-Apps und Radiosender, über die Sie schnell aktuelle Hinweise erhalten. In akuten Gefahrenlagen kommen zusätzlich Sirenen oder Warnungen direkt aufs Handy zum Einsatz.

Mit diesen einfachen Maßnahmen bleibst Du informiert und handlungsfähig:

  • Installiere eine Warn-App (z. B. NINA), um wichtige Hinweise direkt aufs Smartphone zu erhalten.
  • Teilen Warnmeldungen in Deinem Umfeld – etwa mit Familie, Freundinnen und Freunden oder in der Nachbarschaft, damit möglichst viele informiert sind.
  • Bleibe erreichbar, insbesondere in Krisensituationen. Achten darauf, dass Dein Handy jederzeit empfangsbereit ist – auch nachts.
  • Nehmen Warnungen ernst, denn sie enthalten wichtige Informationen, die Dir helfen, Dich und andere zu schützen.
Notfallrucksack

Notgepäck - im Ernstfall griffbereit

Stelle Dir vor: In Deiner Nachbarschaft bricht ein Hochwasser aus und Du musst Dein Zuhause plötzlich verlassen. In einer solchen Situation zählt jede Minute. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein.

Ein griffbereites Notgepäck hilft dabei, schnell und sicher zu handeln. So kannst Du und Deine Familie auch mitten in der Nacht ohne Verzögerung reagieren. Wichtige Dinge wie Schlüssel, Mobiltelefon und Geldbörse sollten stets leicht erreichbar sein.

Gut vorbereitet zu sein gibt Ihnen Sicherheit – besonders, wenn es darauf ankommt.

Weiterführende Informationen

In der folgenden Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) findest Du umfassende Hinweise zur persönlichen Vorsorge in Krisen- und Katastrophensituationen.

Neben grundlegenden Empfehlungen enthält sie auch eine praktische Checkliste, die bei der Vorbereitung unterstützt.

Zur Broschüre 

DRK - an deiner Seite, wenn das Klima herausfordert


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